Nützlingsarten und ihre Bestimmung

Drei Nützlinge bekämpfen die Schädlinge, die Großlager befallen, besonders wirkungsvoll – und bei allen dreien handelt es sich um Schlupfwespenarten: Lagererzwespe, Trichogramma evanescens und Habrobracon hebetor. Während die Lagererzwespe dem Brot- und dem Tabakkäfer zu Leibe rückt, sind die Trichogramma evanescens und die Habrobracon hebetor Say natürliche Feinde von Mehlmotten und Dörrobstmotten.

Die Lagererzwespe

Beschreibung 
Lagererzwespen sind zwei Millimeter (Männchen) bzw. drei Millimeter (Weibchen) groß. Dank ihres ausgezeichneten Geruchssinns findet die Lagererzwespe die Larven von Brotkäfer und Tabakkäfer nicht nur dann, wenn sie ihre Behausungen gut zugänglich an der Verpackungswand oder zwischen losem Futtersubstrat gebildet haben, sondern auch dann, wenn die Fraßhöhlen tief im Futtersubstrat eingeschlossen sind.
 
Wirkung
Um zu den tief im Futtersubstrat eingeschlossenen Käferlarven vordringen zu können, besitzt die Lagererzwespe einen sogenannten Legebohrer, mit dem sie in das Innere des Futtersubstrats vordringen kann. Ist die Lagererzwespe so bis zur Fraßhöhle der Käferlarven vorgedrungen, paralysiert sie die Käferlarve mit einem Stich und platziert sodann ein eigenes Ei unmittelbar neben der Käferlarve. Das Ei der Lagererzwespe schlüpft nach ein bis zwei Tagen selbst zur Larve und frisst sodann die Larve des Käfers auf. Sodann nagt sich die Schlupfwespenlarve aus dem Futtersubstrat heraus, um ins Freie zu gelangen. Dort entwickelt sie sich zum Käfer und pflanzt sich fort.
 
Ebenso verfährt die Lagererzwespe, wenn sich die Fraßhöhlen der Brot- oder Tabakkäferlarven an der Verpackungswand oder zwischen losem Futtersubstrat befinden – mit dem Unterschied, dass sie dann ihren Legebohrer nicht einsetzen muss, um ihre Eier in unmittelbarer Nähe der Käferlarve zu platzieren. 
  
Wurde die gesamte Brot- oder Tabakkäferpopulation beseitigt, verschwinden auch die Lagererzwespen wieder, da mit der erfolgreichen Vernichtung der Schädlinge auch ihre Lebensgrundlage entfällt.
 
Verwendung
Lagererzwespen werden in kleinen Röhrchen aus Kunststoff geliefert. Die Weibchen der Lagererzwespe können bis zu 60 Nachkommen produzieren. Der Aktionsradius der Wespen beträgt 4 Meter, gemessen von der Stelle der Freisetzung aus dem Kunststoffröhrchen. Bei einem Einsatz der Lagererzwespen ist darauf zu achten, dass sie nur in einem Temperaturbereich von 12 bis 39
Grad Celsius aktiv sind.

Trichogramma evanescens

Beschreibung
Mit einer Körperlänge von nur ca. 0,3 Millimetern gehören die Trichogramma evanescens gehören zu den Zwergwespen. Trichogramma-Zwergwespen bekämpfen Lebensmittelmotten wie die Mehlmotte und die Dörrobstmotte dadurch, dass sie ihre Eier direkt in die Motteneier ablegen.
 
Wirkung
Die Trichogramma-Eier parasitieren die Motteneier, in denen sie abgelegt wurden – das heißt, sie fressen sie auf. Auch wenn die Trichogramma zur Larve geworden sind, fressen sie weitere Motteneier, die sie in in ihrer Umgebung finden. So werden die Motten vernichtet, bevor sie sich zu
Raupen entwickeln und Vorräte befallen können. Für den Menschen sind Trichogramma-Zwergwespen unschädlich. 

 

Verwendung
Trichogramma-Zwergwespen werden auf kleinen Pappkarten geliefert, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu den mit Mehl- oder Dörrobstmotten befallenen Stellen platziert werden. Die Karten könne gelegt, gestellt oder gehängt werden, es sollte aber darauf geachtet werden, dass sie direkten – physischen – Kontakt zu der befallenen Stelle haben, damit die Trichogramma-Zwergwespen dorthin krabbeln können. Ist beispielsweise ein Regal befallen, wird für einen Meter Regalbreite eine Karte benötigt – pro Quadratmeter befallener Fläche werden also etwa zwei Karten benötigt. Der Einsatz von Trichogramma-Zwergwespen dauert in der Regel drei Wochen, wobei die Karten mit den Trichogramma-Zwergwespen während dieses Zeitraumes alle drei Wochen zu erneuern sind. Trichogramma-Zwergwespen können in einem Temperaturbereich von ca. 15 bis ca. 35 Grad Celsius aktiv werden. Der Einsatz von Trichogramma-Zwergwespen gegen Lebensmittelmotten, die als Schüttgut oder in Säcken gelagerte Produkte befallen haben, ist nicht möglich.

Habrobracon hebetor Say

Beschreibung 
Habrobracon hebetor Say sind zwischen ca. 2 und ca. 4 Millimeter lang. Sie legen ihre Eier auf den Larven von Lebensmittelmotten (wie etwa Mehlmotten und Dörrobstmotten) ab, von denen sich die Wespeneier sodann parasitär ernähren.
 
Wirkung
Die Eier parasitieren die Motteneier, in denen sie abgelegt wurden – sie fressen sie also auf. Auch als Larve fressen die Habrobracon hebetor Say weitere Motteneier, die sie in in ihrer Umgebung finden. So werden die Motten vernichtet, bevor sie sich zu Raupen entwickeln und Vorräte befallen können. Für den Menschen sind Habrobracon hebetor Say gesundheitlich völlig unbedenklich.
 
Verwendung
Habrobracon hebetor Say werden in kleinen Pappschachteln geliefert, die in der Nähe der mit Mehl- oder Dörrobstmotten befallenen Stellen aufgestellt werden. Dabei ist es nicht notwendig, die Pappschachteln unmittelbar an der befallenen Stelle zu platzieren, da die Habrobracon hebetor Say fliegen können. Pro 10 bis 15 Quadratmeter Raumfläche wird eine Schachtel Habrobracon hebetor Say benötigt. Die Habrobracon hebetor Say schlüpfen während eines Zeitraumes von einem Monat. Sie sind in einem Temperaturbereich von ca. 15 bis ca. 35 Grad Celsius aktiv. Der Einsatz von Habrobracon hebetor Say gegen Lebensmittelmotten, die als Schüttgut oder in Säcken gelagerte Produkte befallen haben, ist nicht möglich.

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