Schädlingsarten und ihre Bestimmung

Zu den Schädlingen, die in Großlagern besonders häufig anzutreffen sind, gehören Lebensmittelmotten und Nagekäfer.

Lebensmittelmotten: Dörrobstmotten und Mehlmotten

Lebensmittelmotten treten in Großlagern sehr häufig auf. Die in unseren Breitengraden am weitesten verbreiteten Lebensmittelmottenarten sind die Dörrobstmotte und die Mehlmotte.

Beschreibung
Die Dörrobstmotte hat eine Körperlänge von ca. 4-10 Millimetern und eine Flügelspannweite von ca. 12-20 Millimetern. Sie besitzt eine braun-weiße Farbgebung. Markant ist die Farbgebung des Vorderflügels, dessen innen liegender Teil weiß, und dessen außen liegender Teil braun ist.

Die Mehlmotte ist mit einer Körperlänge von ca. 10-14 Millimetern und einer Flügelspannweite von ca. 28 Millimetern etwas größer. Ihre Farbgebung ist silbrig-grau, wobei die Vorderflügel auffallend heller als die Hinterflügel sind.

Entwicklung
Die Entwicklung der Dörrobstmotte ist stark temperaturabhängig und dauert bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius etwa 75 Tage, bei 30 Grad Celsius dagegen nur 30 Tage. Die Lebensdauer des Falters beträgt bis zu 14 Tage. 

Bei Mehlmotten ist die Entwicklung ebenfalls temperaturabhängig, und die Lebensdauer des Falters beträgt wie bei der Dörrobstmotte bis zu 14 Tage. 

Befall und Schäden
Sowohl die Dörrobstmotte als auch die Mehlmotte nehmen als Falter keine Nahrung mehr zu sich (sondern sind dann nur noch mit der Fortpflanzung beschäftigt). Nahrung nehmen beide Lebensmittelmottenarten nur bis zum Ende der Raupenphase auf. In diese Lebensphase fällt daher auch der Befall. 

Die Dörrobstmottenraupen befallen vor allem Getreide, Getreideprodukte und Hülsenfrüchte, daneben aber auch Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze, Schokolade und das namensgebende Dörrobst, in seltenen Fällen auch Frischobst. Die Mehlmottenraupen befallen Hülsenfrüchte, Nüsse und Backwaren sowie Schokolade, Marzipan und Dörrobst.

Die Weibchen der Dörrobstmotten legen bis zu 300 Eier, die Weibchen der Mehlmotten bis zu 200 Eier. In einer Population können – je nach Entwicklungsdauer, die wiederum temperaturabhängig ist – bis zu vier Generationen pro Jahr gebildet werden.

Ein Befall kann sowohl im Falle der Dörrobstmotte als auch bei der Mehlmotte an den leeren Hüllen von Larven und Puppen erkannt werden sowie an den sogenannten Gespinsten – feinen, spinnenwebartigen Fäden, die sich um die befallenen Produkte legen.

Nagekäfer: Brotkäfer und Tabakkäfer

ne zweite Art von Vorratsschädlingen, die in Großlagern hierzulande häufig auftreten, sind die Nagekäfer, und hier vor allem der Brotkäfer und der Tabakkäfer.
 
Beschreibung
Der Brotkäfer ist etwa drei Millimeter lang und besitzt eine charakteristische ovale Körperform und eine rot-braune Färbung. Die Flügeldecken und der Kopf sind behaart. Auffallend sind die langen Fühler, dessen letzte drei Glieder gegenüber den übrigen acht stark vergrößert sind.
 
Der Tabakkäfer wird ca. 2-4 Millimeter groß und ist an Kopf und Flügeldecken ebenfalls leicht behaart. Er ist aber etwas weniger stark oval geformt als der Brotkäfer und besitzt zudem eine etwas stärker ins Rötliche gehende rot-braune Färbung. Er verfügt ebenfalls über lange, mehrgliedrige Antennen, deren Glieder jedoch im Gegensatz zu denen des Brotkäfers gleich groß sind.
 
Entwicklung
Die Entwicklung des Brotkäfers ist stark abhängig von Temperatur und Nahrungsangebot. Der Generationszyklus des Brotkäfers dauert daher zwischen ca. eineinhalb im „Optimalfall“ (also bei idealen Temperaturverhältnissen und reichhaltigem Nahrungsangebot) und sieben Monaten im Normalfall, so dass es bei für den Brotkäfer optimalen Verhältnissen schnell zu einem regelrechten
Massenbefall kommen kann. Grundsätzlich kann sich der Brotkäfer bei Temperaturen von ca. 15-34 Grad Celsius fortpflanzen, wobei die Luftfeuchtigkeit nicht weniger als 35 Prozent betragen sollte. Ideal für die Entwicklung des Brotkäfers sind Temperaturen von ca. 30 Grad Celsius.
 
Auch die Entwicklung des Tabakkäfers ist in erheblichem Maße von Temperatur und Nahrungsangebot abhängig. Sein Generationszyklus ist sogar noch kürzer als der des Brotkäfers und dauert daher zwischen knapp einem und zwei Monaten. Auch hier kann es daher rasch zu einem Massenbefall kommen. Grundsätzlich kann sich der Tabakkäfer bei Temperaturen von ca. 19-37 Grad Celsius fortpflanzen, wobei die Luftfeuchtigkeit nicht weniger als 25 Prozent betragen sollte. Ideal für die Entwicklung des Brotkäfers sind Temperaturen von ca. 32 Grad Celsius.
 
Befall und Schäden
Die Weibchen des Brotkäfers legen etwa 100 Eier, die sie entweder direkt auf dem befallenen Objekt oder in dessen unmittelbarer Nähe ablegen. Brotkäfer sind „Allesfresser“, und die Bandbreite der von ihnen verzehrten Produkte ist außergewöhnlich groß und umfasst pflanzliche ebenso wie tierische Produkte. 
Neben Getreideprodukten wie Back- und Teigwaren gehören auch Gewürze und Suppenwürfel, Fleisch- und Fischmehl, Schokolade und Tiernahrung zu den bevorzugten Produkten.
 
Erkannt wird ein Befall spätestens dann, wenn in den vom Brotkäfer befallenen Produkten kleine Öffnungen von der Größe eines Stecknadelkopfes sichtbar werden. Denn die Larven des Brotkäfers fressen sich in das befallene Produkt, das sogenannte Futtersubstrat, ein und richten darin sogenannte Fraßhöhlen ein, die sie kokonartig mit einer Mischung aus Substratpartikeln, Speicheselkret und Kot verschließen. Erst wenn sie zum Käfer geschlüpft sind, verlassen Sie das befallene Produkt wieder, worauf die Öffnung hinweist. Wenn das Futtersubstrat lose ist – wie zum Beispiel bei Getreideflocken – bildet die Brotkäferlarve ihre Behausung häufig an der Verpackungswand bzw. zwischen den losen Elementen des Substrats. In diesem Fall kann ein Befall auch an den charakteristischen Verklebungen zum Beispiel der Getreideflocken erkannt werden.
 
Neben den unmittelbaren Fraßschäden entstehen mittelbare Schäden, weil das befallene Gut Milben anziehen und Schimmelpilze entwickeln kann, durch die auch nicht zunächst nicht befallene Partien verdorben werden können.
 
Die Weibchen des Tabakkäfers legen ebenfalls etwa 100 Eier, bei idealen Temperaturbedingungen (um ca. 32 Grad Celsius) auch etwas mehr. Wie das Brotkäferweibchen bringen auch die Weibchen des Tabakkäfers ihre Eier entweder direkt auf dem Futtersubstrat aus oder in dessen unmittelbarer Nähe.
 
Der Tabakkäfer befällt vor allem pflanzliche Produkte – in erster Linie natürlich Tabak und Tabakerzeugnisse und Tabaksamen. Daneben gehört aber auch eine Vielzahl anderer trockener Nahrungsmittel zu den Produkten, die vom Tabakkäfer befallen werden können, wie zum Beispiel Getreide und Getreideprodukte, Nudeln und Reis, Gewürze, Tee und Kakao, Suppenwürfel und
Dörrobst.
 
Wie die Larven des Brotkäfers bohren sich auch die des Tabakkäfers tief in das Substrat hinein und verschließen die Höhle kokonartig. Auch hier wird ein Befall an den kleinen Öffnungen erkannt, durch welche die Tabakkäfer das befallene Futtersubstrat wieder verlassen haben. Bei losem Futtersubstrat baut auch die Tabakkäferlarve ihre Behausung an der Verpackungswänden oder direkt zwischen den losen Elementen des Substrats. In diesem Fall deuten die typischen
Verklebungen auf den Befall hin.
 
Auch bei einem Befall mit dem Tabakkäfer entstehen neben den unmittelbaren Fraßschäden mittelbare Schäden, weil das befallene Gut Milben anziehen und Schimmelpilze entwickeln kann, die auch zunächst nicht betroffene Partien verunreinigen können.

 

 

 

 

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