A. Allgemeine Fragen zum Einsatz von Nützlingen gegen Getreideschädlinge

1. Ist die Bekämpfung von Getreideschädlingen mit Schlupfwespen ebenso wirksam wie herkömmliche Methoden der Schädlingsbekämpfung – etwa mit Insektiziden?

Ja! Mit Schlupfwespen werden Schädlinge sogar besonders effektiv und nachhaltig bekämpft.

 

2. Sind Schlupfwespen für den Menschen unbedenklich?

Ja, Schlupfwespen sind für den Menschen völlig unbedenklich. Darin liegt auch einer der großen Vorteile gegenüber der herkömmlichen Bekämpfung von Getreideschädlingen, zum Beispiel mit Insektiziden.

 

3. Nimmt die Getreidequalität durch den Einsatz von Schlupfwespen Schaden?

Ein ganz klares Nein! Die Qualität des mit Schlupfwespen behandelten Getreides leidet weder im unverarbeiteten noch im verarbeiteten Zustand. Auch das ist ein wesentlicher Unterschied zu herkömmlichen Methoden der Schädlingsbekämpfung.

 

4. Müssen bei einem Einsatz von Schlupfwespen größere Getreidebestände um die befallene Stelle herum vernichtet werden?

Nein. Die Schlupfwespen vernichten die Getreideschädlinge rückstandslos. Das Getreide kann daher weiter für die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln verwendet werden.

 

5. Werden die üblichen betrieblichen Abläufe durch den Einsatz von Schlupfwespen gestört?

Nein. Der übliche Betrieb kann ungestört weiterlaufen. Insbesondere ist das Getreidedepot, in dem die Schlupfwespen eingesetzt werden, weiter voll zugänglich.

 

6. Können sich die eingesetzten Schlupfwespen über ihren Einsatzbereich hinaus im gesamten Lager bzw. im gesamtem Betrieb ausbreiten?

Nein. Schlupfwespen können – anders als der Name nahelegt – nicht fliegen und bewegen sich ausschließlich krabbelnd fort, wobei ihre maximale Reichweite nur wenige Meter beträgt (gerechnet von der Stelle ihrer Freisetzung aus).

 

7. Können Schlupfwespen auch prophylaktisch eingesetzt werden, um einem Befall mit Getreideschädlingen vorzubeugen?

Ja. Die Möglichkeit, sie vorbeugend einzusetzen, ist sogar einer der großen Vorteile von Schlupfwespen gegenüber herkömmlichen Methoden der Schädlingsbekämpfung. Denn während etwa der Einsatz von Insektiziden immer zur Folge hat, dass die behandelten Getreidevorräte nicht mehr in der Produktion verwendet werden können, und während bei der Leerraumbehandlung das Lager tage- oder gar wochenlang gesperrt werden müssen, können Schlupfwespen ohne Beeinträchtigung von Getreidevorräten und Lagervorräten eingesetzt werden.

 

8. Worin unterscheiden sich der Einsatz von Schlupfwespen zur Bekämpfung eines akuten Befalls und der vorbeugende Einsatz?

Die Bekämpfung eines akuten Schädlingsbefalls und der vorbeugende Einsatz unterscheiden sich vor allem in der Intensität und Dauer der Behandlung. Wurde ein akuter Befall festgestellt, sollte an der befallenen Stelle gezielt eine große Anzahl von Schlupfwespen ausgebracht und die Behandlung solange wiederholt werden, bis der Befall zweifelsfrei beseitigt wurde. Eine vorbeugende Behandlung sollte dagegen auch ohne einen Befund in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Die Anzahl der eingesetzten Schlupfwespen ist wesentlich geringer als bei einem akuten Befall und richtet sich danach, ob das Lager gefüllt oder leer ist.

 

9. Wie bekämpfen Schlupfwespen Getreideschädlinge?

Schlupfwespen legen ihre Eier in unmittelbarer Nähe der Schädlingslarven ab. Sobald die Schlupfwespeneier zur Larve geschlüpft sind, fressen sie die Schädlingslarven auf.

 

10. Was passiert mit den Schlupfwespen, wenn sie die Getreideschädlinge vernichtet haben?

Wenn die Schlupfwespen alle Getreideschädlinge innerhalb ihrer Reichweite vernichtet haben und deshalb keine Nahrung mehr finden, sterben sie selbst. Sie müssen daher nicht befürchten, dass die Schlupfwespen sich dauerhaft in Ihrem Getreidelager „einnisten“ werden.

 

B. Spezielle Fragen zu Getreideschädlingen und zu den zu ihrer Bekämpfung eingesetzten

1. Welche Getreideschädlinge gibt es?

Zu den in unseren Breitengraden am weitesten verbreiteten Getreideschädlingen gehören der Kornkäfer und der Getreideplattkäfer.

 

2. Woran lässt sich ein Befall mit Getreideschädlingen wie Kornkäfer und Getreideplattkäfer
erkennen?

Kornkäfer, Getreideplattkäfer und andere Getreideschädlinge messen nur wenige Millimeter und lassen sich daher mit bloßem Auge schlecht erkennen. Einen Befall erkennen Sie daher am leichtesten an den „Hinterlassenschaften“ der Schädlinge: An kleinen Kotpartikeln sowie an den leeren Hüllen von Larven und Puppen. Auch dann, wenn das Getreide von Mehlstaub durchsetzt ist, ist das ein klarer Hinweis auf einen Schädlingsbefall.

 

3. Welche Getreidearten werden befallen?

Grundsätzlich werden alle Getreidearten befallen, vor allem auch Roggen, Weizen, Hafer und Gerste.

 

4. Werden auch andere Pflanzen befallen?

Ja. Ebenfalls betroffen sind getreideähnliche Produkte (z. B. Buchweizen, Mais, Schrot und Kleie) und Hülsenfrüchte (z. B. Erbsen, Bohnen, Nüsse und Mandeln).

 

5. Welche Bedingungen sind einem Befall mit Getreideschädlingen besonders förderlich?

Getreideschädlinge wie Kornkäfer und Getreideplattkäfer entwickeln sich besonders gut in warmen, feuchten Räumen.

 

6. Befallen Getreideschädlinge nur ungemahlene Getreidekörner?

Nein, Getreideschädlinge befallen auch Mehl.

 

7. Welche Schäden entstehen durch einen nicht behandelten Befall?

Zum einen verursachen Getreideschädlinge die unmittelbaren Fraßschäden, also den Verlust an Getreide, der dadurch entsteht, dass die Schädlinge es verzehren. Zum anderen entstehen aber auch erhebliche mittelbare Schäden. Denn das befallene Getreide zieht Milben an und bildet Schimmelpilze aus, die sich über die ursprünglich befallenen Körner hinaus verbreiten.

 

8. Ich habe einen Befall mit Getreideschädlingen festgestellt. Wie schnell sollte ich
Schlupfwespen einsetzen?

So schnell wie möglich, denn Getreideschädlinge wie der Kornkäfer und der Getreideplattkäfer vermehren sich sehr rasch. So legt beispielsweise das Weibchen des Kornkäfers während ihres kurzen Lebens bis zu einer Viertelmillion Eier, und die sich daraus entwickelnden Larven vernichten etwa fünf bis sechs Kilogramm Getreide. Und eine Getreideplattkäfer-Population kann sich innerhalb von eineinhalb Monaten verhundertfachen, wenn keine Schlupfwespen eingesetzt werden. Je eher sie daher handeln, desto besser.

 

9. Welche Schlupfwespenarten werden bei einem Befall mit Getreideschädlingen eingesetzt?

Bei einem Befall mit Getreideschädlingen werden die Zwergwespe und das Ameisenwespchen eingesetzt. Sie bekämpfen vor allem die beiden Hauptarten von Getreideschädlingen: Die Zwergwespe den Kornkäfer und das Ameisenwespchen den Getreideplattkäfer.

 

10. Ich habe Zwergwespen und Ameisenwespchen bei Ihnen bestellt. Innerhalb welcher Frist muss ich sie aussetzen und wie kann ich sie bis zur Aussetzung lagern?

Beide Schlupfwespenarten sollten innerhalb weniger Tage, spätestens jedoch eine Woche nach Erhalt ausgesetzt werden. Bis zur Aussetzung sollten sie bei Temperaturen von ca. 4 bis 8 Grad gelagert werden. 



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