Nützlingsarten und ihre Bestimmung

Zwei Schädlinge – der Kornkäfer und der Getreideplattkäfer – stellen eine besondere Gefahr für die Getreidevorräte von Landwirten und Mühlen dar – und zwei Nützlinge bekämpfen sie besonders effektiv und nachhaltig. Während die Lagererzwespe dem Kornkäfer zu Leibe rückt, macht das Ameisenwespchen dem Getreideplattkäfer den Garaus.

(1) Die Lagererzwespe

Dank ihres ausgezeichneten Geruchssinns findet die Lagererzwespe die Larven des Kornkäfers – sogar dann, wenn diese tief in Getreidekörnern eingeschlossen sind.

Wirkung:
Um zu der im Getreidekorn eingeschlossenen Kornkäferlarve vordringen zu können, verfügt die Lagererzwespe über einen sogenannten Legebohrer, mit dem sie in das Innere des Getreidekorns vordringen kann. Ist die Lagererzwespe so bis zur Kornkäferlarve vorgedrungen, paralysiert sie diese mit einem Stich und platziert sodann ein eigenes Ei unmittelbar neben der Kornkäferlarve. Das Ei der Lagererzwespe schlüpft nach ein bis zwei Tagen zur Larve und frisst sodann die Larve des Kornkäfers auf. Sodann nagt sich die Schlupfwespenlarve aus dem Getreide heraus, um ins Freie zu gelangen. Dort entwickelt sie sich zum Käfer und pflanzt sich fort. Wurde die gesamte Kornkäferpopulation beseitigt, verschwinden auch die Lagererzwespen wieder, da ihre Lebensgrundlage entfallen ist.

Verwendung:
Lagererzwespen sind zwei Millimeter (Männchen) bzw. drei Millimeter (Weibchen) groß und werden in kleinen Röhrchen aus Kunststoff geliefert. Die Weibchen der Lagererzwespe können bis zu 60 Nachkommen produzieren. Der Aktionsradius der Wespen beträgt 4 Meter, gemessen von der Stelle der Freisetzung aus dem Kunststoffröhrchen. Bei einem Einsatz der Lagererzwespen ist darauf zu achten, dass sie nur in einem Temperaturbereich von 12 bis 39 Grad Celsius aktiv sind.

(2) Das Ameisenwespchen

Ameisenwespchen werden vor allem zur Bekämpfung von Getreideplattkäfern
eingesetzt.

Wirkung:
Wie die Lagererzwespen vernichten auch die Ameisenwespchen Getreideschädlinge dadurch, dass ihre Larven die Schädlingslarven parasitieren, sie also verzehren. Im Unterschied zu den Larven des Kornkäfers befinden sich die Larven des Getreideplattkäfers außerhalb der Getreidekörner, was dem Ameisenwespchen ihr Auffinden erleichtert. Auch das Ameisenwespchen legt seine Eier unmittelbar neben einer entdeckten Käferlarve ab. Sobald die Schlupfwespenlarve nach wenigen Tagen geschlüpft ist, frisst sie die Käferlarve innerhalb weniger Tage auf. Sodann entwickelt sie sich zum Käfer weiter und pflanzt sich fort. Sobald auf diese Weise der gesamte Befall des Getreideplattkäfers vernichtet wurde, verschwinden auch die Ameisenwespchen wieder, da sie keine Nahrung mehr finden.

 

Verwendung:
Ameisenwespchen werden zwischen zwei und drei Millimeter groß und werden in einer Kunststoffröhre geliefert. Werden die Ameisenwespchen zur Vorbeugung in einem leeren Speicher ausgebracht, sollte mit 40 Ameisenwespchen (also dem Inhalt eines Kunststoffröhrchens) pro 10 Quadratmeter gerechnet werden. Aktiv sind die Ameisenwespchen in einem Temperaturbereich von 15-37 Grad Celsius. 

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