Schädlingsarten und ihre Bestimmung

Schädlinge, die Getreidevorräte befallen, sind – neben Nagetieren wie Mäusen und Ratten – in erster Linie Insekten, und hier vor allem der Kornkäfer und der Getreideplattkäfer.

(1) Kornkäfer

Der Kornkäfer gehört zu den weltweit am weitest verbreiteten Vorratsschädlingen und befällt – wie sein Name nahelegt – insbesondere auch Getreide.

Beschreibung:
Kornkäfer sind zwischen knapp 4 und etwas über 5 Millimeter lang und besitzen einen charakteristischen Kopf, der sich nach vorne rüsselförmig verlängert. Sie können nicht fliegen, da ihre Flügel auf dem Rücken verwachsen sind, und bewegen sich daher ausschließlich krabbelnd fort.

Entwicklung:
Die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer dauert je nach Raumtemperatur 30-35 Tage. Die weiblichen Kornkäfer legen ihre Eier auf Getreidekörnern ab, die fast vollständig aufgezehrt werden, während sich das Ei zur Puppe entwickelt. Getreidekörner werden nur dann befallen, wenn die sogenannte Kornfeuchte nicht weniger als 9 Prozent beträgt, denn unterhalb dieses Wertes können sich Kornkäfer nicht vermehren.

Befall und Schäden:
Kornkäfer befallen alle Getreidearten (Roggen, Weizen, Hafer und Gerste) und getreideähnlichen Pflanzen (wie zum Beispiel Buchweizen, Mais, Schrot und Kleie) sowie Hülsenfrüchte (etwa Erbsen, Bohnen, Nüsse und Mandeln). Neben den ungemahlenen Getreidekörnern wird auch Mehl befallen. Unter geeigneten Bedingungen, insbesondere in warmen, feuchten Räumen, kann das Weibchen des Kornkäfers eine Viertelmillion Eier legen, die etwa fünf bis sechs Kilogramm Getreide vernichten – pro Jahr! Neben den unmittelbaren Fraßschäden entstehen durch einen Kornkäferbefall weitere mittelbare Schäden. Denn das befallene Getreide zieht Milben an und bildet Schimmelpilze aus, die sich über die ursprünglich befallenen Körner hinaus verbreiten. Erkennen lässt sich ein Befall an den winzig kleinen Kotpartikeln der Kornkäfer, an den leeren Hüllen von Larven und Puppen sowie daran, dass das gelagerte Getreide von Mehlstaub durchsetzt ist.

(2) Getreideplattkäfer

Ein zweiter wichtiger Vorratsschädling ist der Getreideplattkäfer. Auch er befällt vor allem Getreidevorräte.

Beschreibung:
Der Getreideplattkäfer ist graubraun und mit einer Länge von nur ca. 2,2 bis ca. 3,3 Millimetern nur etwa halb so groß wie der Kornkäfer. Markant sind seine langen, mehrgliedrigen Antennen.

 

Entwicklung:
Der Getreideplattkäfer entwickelt sich in einem Temperaturbereich von 18 bis knapp 38 Grad Celsius und bei einer relativen Luftfeuchtigkeit, die mindestens 10 und höchstens 90 Prozent beträgt, wobei Werte von 31-35 Grad Celsius und 70-80 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit optimal sind. Die Entwicklung vom Ei über die Larve bis zum Käfer dauert zwischen 20 und 25 Tagen. Wegen ihrer kurzen Entwicklungsdauer können sich Getreideplattkäfer schnell vermehren. So kann sich eine Population innerhalb von eineinhalb Monaten bis zu verhundertfachen!

Befall und Schaden:
Wie der Kornkäfer befällt auch der Getreideplattkäfer alle Getreidearten und eine Reihe getreideähnlicher Pflanzen sowie und Hülsenfrüchte. Auch bei einem Befall mit Getreideplattkäfern entstehen neben den unmittelbaren Fraßschäden mittelbare Schäden, weil das befallene Getreide Milben anzieht und Schimmelpilze entwickelt, die auch nicht vom Käferbefall betroffene Körner
verderben. Erkennen lässt sich ein Befall an denselben Anzeichen, die auch beim Auftreten von Kornkäfern festzustellen sind: Kotpartikel, leere Puppen- und Larvenhüllen sowie Mehlstaub.

 

 

 

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