Nützlingsarten und ihre Bestimmung

So vielfältig wie die Schädlingsarten, so vielfältig auch die Mittel, die zu ihrer Bekämpfung eingesetzt werden.

Die Lagererzwespe

Lagererzwespen werden im Bereich des Materialschutzes vor allem zur Bekämpfung von Messingkäfern, Kugelkäfern und Brotkäfern eingesetzt.

 

Beschreibung

Lagererzwespen sind zwei Millimeter (Männchen) bzw. drei Millimeter (Weibchen) groß. Dank ihres ausgezeichneten Geruchssinns findet die Lagererzwespe die Larven von Messingkäfern, Kugelkäfern und Brotkäfern auch dann, wenn ihre sogenannten Fraßhöhlen tief im Nahrungssubstrat eingeschlossen sind.

 

Wirkung

Um zu den tief im Nahrungssubstrat eingeschlossenen Käferlarven vordringen zu können, besitzt die Lagererzwespe einen sogenannten Legebohrer, mit dem sie in das Innere des Futtersubstrats vordringen kann. Ist die Lagererzwespe so bis zur Fraßhöhle der Käferlarven vorgedrungen, paralysiert sie die Käferlarve mit einem Stich und platziert sodann ein eigenes Ei unmittelbar neben der Käferlarve. Das Ei der Lagererzwespe schlüpft nach ein bis zwei Tagen selbst zur Larve und frisst die Larve des Käfers auf. Sodann nagt sich die Schlupfwespenlarve aus dem Nahrungssubstrat heraus, um ins Freie zu gelangen. Dort entwickelt sie sich zum Käfer und pflanzt sich fort.

 

Ebenso verfährt die Lagererzwespe, wenn die Fraßhöhlen der Messingkäfer, Kugelkäfer und Brotkäfer besser zugänglich sind – mit dem Unterschied, dass sie dann ihren Legebohrer nicht einsetzen muss, um ihre Eier in unmittelbarer Nähe der Käferlarve zu platzieren.

Wurde die gesamte Käferpopulation beseitigt, verschwinden auch die Lagererzwespen wieder, da mit der erfolgreichen Vernichtung der Schädlinge auch ihre Lebensgrundlage entfällt.

 

Verwendung

Lagererzwespen werden in kleinen Röhrchen aus Kunststoff geliefert. Die Weibchen der Lagererzwespe können bis zu 60 Nachkommen produzieren. Der Aktionsradius der Wespen beträgt 4 Meter, gemessen von der Stelle der Freisetzung aus dem Kunststoffröhrchen. Bei einem Einsatz der Lagererzwespen ist darauf zu achten, dass sie nur in einem Temperaturbereich von 12 bis 39 Grad Celsius aktiv sind.

Trichogramma evanescens

Zwergwespen der Sorte Trichogramma evanescens werden im Bereich des Materialschutzes eingesetzt, um Kleidermotten zu bekämpfen.

 

Beschreibung

Mit einer Körperlänge von nur ca. 0,3 Millimetern gehören die Trichogramma evanescens zu den Zwergwespen. Trichogramma-Zwergwespen bekämpfen Kleidermotten dadurch, dass sie ihre Eier direkt in die Motteneier ablegen.

 

Wirkung

Die Trichogramma-Eier parasitieren die Motteneier, in denen sie abgelegt wurden – das heißt, sie fressen sie auf. Auch wenn die Trichogramma zur Larve geworden sind, fressen sie weitere Motteneier, die sie in in ihrer Umgebung finden. So werden die Motten vernichtet, bevor sie sich zu Raupen entwickeln und Vorräte befallen können. Für den Menschen sind Trichogramma-Zwergwespen unschädlich.

 

Verwendung

Trichogramma-Zwergwespen werden auf kleinen Pappkarten geliefert, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu den mit Kleidermotten befallenen Stellen platziert werden. Die Karten können gelegt, gestellt oder gehängt werden, es sollte aber darauf geachtet werden, dass sie direkten – physischen – Kontakt zu der befallenen Stelle haben, damit die Trichogramma-Zwergwespen dorthin krabbeln können. Ist beispielsweise ein Regal befallen, wird für einen Meter Regalbreite eine Karte benötigt – pro Quadratmeter befallener Fläche werden also etwa zwei Karten benötigt. Der Einsatz von Trichogramma-Zwergwespen dauert in der Regel drei Wochen, wobei die Karten während dieses Zeitraumes alle drei Wochen zu erneuern sind. Trichogramma-Zwergwespen können in einem Temperaturbereich von ca. 15 bis ca. 35 Grad Celsius aktiv werden.

Blp-Ölmischung (Niemspray)

Beschreibung

Die BIp-Ölmischung wird zum Schutz von Kleidung und Textilien vor Kleidermotten und Gemeinen Speckkäfern eingesetzt.

 

Wirkung

Das in der BIp-Ölmischung enthaltene Niem tötet Kleidermotten und Speckkäfer ab. Dabei wirkt Niem in jedem Entwicklungsstadium: Bereits voll entwickelte Mottenfalter werden abgeschreckt, an mit Niemöl behandelten Stellen ihre Eier auszubringen, und Mottenlarven nehmen das Niem mit der Nahrung auf und sterben, bevor sie verpuppen. Gemeine Speckkäfer nehmen das Niem ebenfalls mit der Nahrung auf, mit der Folge, dass ihre Entwicklung vor Erreichen der Geschlechtsreife gestoppt wird und sie sich daher nicht mehr fortpflanzen können.Für Menschen und Haustiere ist die BIp-Ölmischung unschädlich. Sie schont zudem Nützlinge, die zur Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt werden.

 

Verwendung

Unterhalb einer Temperatur von 23 Grad Celsius verfestigt sich die BIp-Ölmischung. Je nachdem, bei welchen Temperaturen sie gelagert wurde, empfiehlt es sich daher, die BIp-Ölmischung vor ihrer Verwendung in einem warmen Wasserbad zu erwärmen, um sie wieder flüssig zu machen. Füllen sie sodann die Flasche mit lauwarmem Wasser auf, wobei das Mischungsverhältnis 1 Teil BIp-Ölmischung auf 7 Teile Wasser betragen sollte. Anschließend werden Textilien, Teppiche und Kleidung, die vor einem Befall mit Kleidermotten und Gemeinen Speckkäfern geschützt werden sollen, mit der BIp-Ölmischung besprüht.

Klebefallen für Kleidermotten und für Gemeine Speckkäfer

Klebefallen sind für Kleidermotten und Speckkäfer erhältlich.

 

Beschreibung

Die Klebefalle enthält einen Pheromonköder und dient nur zur Ermittlung eines Befalls mit Kleidermotten oder mit Gemeinen Speckkäfern, nicht zu dessen Vernichtung.

 

Wirkung

Mit der Klebefalle werden nur die männlichen Kleidermotten bzw. männlichen Gemeinen Speckkäfer eingefangen, nicht aber die eierlegenden weiblichen Exemplare. Denn bei dem in der Falle verwendeten Lockstoff handelt es sich um einen Bestandteil des Sexualpheromons der weiblichen Kleidermotten bzw. Gemeinen Speckkäfer, das die Männchen anlockt, welche die Falle mit einem Weibchen verwechseln.

 

Verwendung

Die Falle sollte in der Nähe des vermuteten Befalls aufgestellt werden, zumindest aber in demselben Raum. Bei der Aufstellung sollte beachtet werden, dass weder Menschen noch Haustiere mit der Falle in Berührung kommen können. Die Lockwirkung der Falle dauert etwa drei Monate. Besteht danach weiter Bedarf an einer Klebefalle, sollte sie gegen ein neues Exemplar ausgetauscht werden.
  

 

 

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