Schädlingsarten und ihre Bestimmung

Schädlinge, die in Gebäuden häufig auftreten sind die Kleidermotte sowie verschiedene Kleinkäferarten (Brotkäfer, Kugelkäfer, Messingkäfer und Speckkäfer).

Kleidermotten

Kleidermotten treten in Gebäuden sehr häufig auf. Sie befallen – anders als ihr Name nahelegt – nicht nur Kleider, sondern auch alle anderen Arten von Textilien sowie fell- oder haarartige Stoffe. Sie finden in der sprichwörtlichem kleinsten Ritze Platz, werden aber auch dort von Schlupfwespen zuverlässig aufgefunden und vernichtet.

 

Beschreibung

Die Kleidermotte hat eine Körperlänge von ca. 6-8 Millimetern und eine Flügelspannweite von ca. 10-15 Millimetern. Sie besitzt eine kräftige goldbraune Farbgebung. Die Vorderflügel sind ohne besondere Markierung, an den Hinterflügeln fallen die starken Ausfransungen auf.

 

Entwicklung

Die Entwicklung der Kleidermotte vom Ei zum Falter ist stark temperatur- und nahrungsabhängig. Bei optimalen Bedingungen (etwa 25-30 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 70 Prozent) dauert die Entwicklung nur etwa 6 Wochen, bei kalten Temperaturen und einem nährstoffarmen Nahrungsangebot dagegen 10-18 Monate. Die Lebensdauer der adulten Kleidermotte (Falter) beträgt dagegen nur 12-18 Tage.

 

Fortpflanzung und Verbreitung

Die Weibchen der Kleidermotten legen zwischen 100 und 250 Eiern. In einer Population werden – je nach Entwicklungsdauer – in der Regel zwischen zwei und vier Generationen pro Jahr gebildet.

 

Befall und Schäden

Kleidermotten nehmen als Falter keine Nahrung mehr zu sich (sondern sind dann nur noch mit der Fortpflanzung beschäftigt). Nahrung nehmen sie nur bis zum Ende der Raupenphase auf. In diese Lebensphase fällt daher auch der Befall.

 

Die Kleidermottenraupen befallen Kleider und Möbel, die aus haarähnlichen Materialien hergestellt sind – etwa Wollstoffe, Pelze, Polstermöbel oder Teppiche. Aus den Fasern dieser Gewebe bauen die Raupen ihre Gespinströhren (Kokons). Synthetische Stoffe und Baumwolle werden von Kleidermotten dagegen nicht angegriffen.

 

Ein Befall kann entweder an den Löchern festgestellt werden, die Kleidermotten in Textilien gefressen haben, oder an den fest am Stoff klebenden Gespinströhren (Kokons).
 

Käfer: Messingkäfer, Kugelkäfer, Brotkäfer und Gemeiner Speckkäfer.

Eine zweite Art von Schädlingen, die in Großlagern hierzulande häufig auftreten, sind die Kleinkäfer, und hier vor allem Messingkäfer, Kugelkäfer, Brotkäfer und Speckkäfer. Während es sich bei dem Messingkäfer um einen reinen Materialschädling handelt, wird der Kugelkäfer als Material- und Vorratsschädling eingeordnet und der Brot- sowie der Speckkäfer als Vorratsschädlinge.

 

Beschreibung

Der Messingkäfer besitzt eine Körperlänge von 3 bis 4,5 Millimetern. Er hat eine goldgelbe Farbe. Seine Flügeldecken sind zusammengewachsen und behaart.

 

Der Kugelkäfer misst zwischen 1,5 und 3 Millimeter. Mit seinen langen Fühlern und dünnen Beinen sieht er spinnenartig aus. Seine Flügeldecken besitzen eine rot-braune Farbgebung und glänzen.

 

Der Brotkäfer ist etwa drei Millimeter lang und besitzt eine charakteristische ovale Körperform und eine rot-braune Färbung. Die Flügeldecken und der Kopf sind behaart. Auffallend sind die langen Fühler, deren letzte drei Glieder gegenüber den übrigen acht stark vergrößert sind.

 

Der Gemeine Speckkäfer wird 6-10 Millimeter lang und besitzt eine länglich ovale Körperform. Kopf, Halsschild und der hintere Teil der Flügeldecken sind schwarz, der vordere Teil der Flügeldecken ist graugelb und weist auf jeder Seite drei kleine schwarze Punkte auf.

 

Entwicklung

Die Entwicklung des Messingkäfers vom Ei zum adulten Käfer dauert in der Regel bis zu 6 Monate, bei Temperaturen von um die 25 Grad Celsius und bei etwa 70 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit reduziert sie sich auf etwa 70 Tage. Die Lebensdauer des adulten Messingkäfers beträgt etwa 8 bis 9 Monate.

 

Der Entwicklungszyklus des Kugelkäfers dauert in der Regel bis zu 2 Monate, bei idealen Temperaturen (ca. 33 Grad Celsius) kann die Entwicklung aber auch schon nach 45 Tagen abgeschlossen sein. Die Lebensdauer des adulten Maiskäfers (Falters) beträgt bis zu einem Jahr. Die Entwicklung des Brotkäfers ist stark abhängig von Temperatur und Nahrungsangebot. Der Generationszyklus des Brotkäfers dauert daher zwischen ca. eineinhalb Monaten im „Optimalfall“ (also bei idealen Temperaturverhältnissen und reichhaltigem Nahrungsangebot) und sieben Monaten im Normalfall. Grundsätzlich kann sich der Brotkäfer bei Temperaturen von ca. 15-34 Grad Celsius fortpflanzen, wobei die Luftfeuchtigkeit nicht weniger als 35 Prozent betragen sollte. Ideal für die Entwicklung des Brotkäfers sind Temperaturen von ca. 30 Grad Celsius. Der adulte Brotkäfer (Falter) hat eine Lebensdauer von bis zu zwei Monaten.

 

Beim Gemeinen Speckkäfer dauert der Entwicklungszyklus ca. 2 bis 3 Monate, bei optimalen Verhältnissen von 25 Grad Celsius sowie einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent kann die Entwicklung zum adulten Käfer auch schon in 50 Tagen abgeschlossen sein. Die Lebensdauer des adulten Gemeinen Speckkäfers beträgt bis zu 10 Monate.

 

Fortpflanzung und Verbreitung

Die Weibchen des Brotkäfers und des Messingkäfers legen etwa 100 Eier, die Weibchen des Kugelkäfers bis zu 120 Eier, und die des Speckkäfers 100 bis 200 Eier.

 

Die Eiablage erfolgt in allen genannten Fällen direkt auf dem Nahrungssubstrat (also etwa dem Textil, das die Käferlarven befallen) oder in dessen unmittelbarer Nähe. Bei optimalen Temperaturverhältnissen kann es wegen der dann stark verkürzten Entwicklungszyklen bei allen genannten Käferarten in sehr kurzer Zeit zu einem Massenbefall kommen.

 

Befall und Schäden

 

Was wird befallen?

Messingkäfer befallen Seide, Leinen und Wolle – vor allem dann, wenn deren Fasern mit Fett verunreinigt sind.

 

Kugelkäfer ernähren sich vor pflanzlichen und tierischen Überresten (vor allem Getreide und Früchte), von Wolle und Textilien sowie von toten, bereits getrockneten Insekten.

 

Brotkäfer sind „Allesfresser“, und die Bandbreite der von ihnen verzehrten Produkte ist außergewöhnlich groß und umfasst pflanzliche ebenso wie tierische Produkte. Neben Getreideprodukten wie Back- und Teigwaren gehören auch Gewürze und Suppenwürfel, Fleisch- und Fischmehl, Schokolade und Tiernahrung zu den bevorzugten Produkten.

 

Auch Speckkäfer sind „Allesfresser“ und fallen sowohl über organische Stoffe wie z.B. Textilien und Wolle als auch über pflanzliche und tierische Überreste her.

 

Woran ist ein Befall zu erkennen?

Erkannt wird ein Befall bei allen genannten Käferarten an Kot, Larvenhäuten und Puppenhüllen.

 

Welche Schäden entstehen?

Neben den unmittelbaren Fraßschäden entstehen bei allen genannten Käferarten mittelbare Schäden, weil das befallene Gut Milben anziehen und Schimmelpilze entwickeln kann, durch die auch nicht zunächst nicht befallene Partien verdorben werden können.

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